Schlagwort: UBUNGSLEITER

  • Rehasport bei Hitze – Empfehlungen und Materialien für die Praxis

    Rehasport bei Hitze – Empfehlungen und Materialien für die Praxis

    Heiße Sommertage gehören inzwischen zu unserem Alltag. Damit steigen auch die Anforderungen an Rehasport-Anbieter und Übungsleitende. Denn viele Teilnehmende sind älter oder leben mit chronischen Erkrankungen und reagieren oftmals besonders empfindlich auf hohe Temperaturen. Gleichzeitig ist gerade für sie regelmäßige Bewegung ein wichtiger Baustein für Gesundheit und Lebensqualität.

    Die Herausforderung besteht darin, den Rehasport auch an heißen Tagen so zu gestalten, dass die Gesundheit der Teilnehmenden geschützt wird und die positiven Wirkungen regelmäßiger Bewegung erhalten bleiben.

    Genau dabei unterstützen die neuen „Empfehlungen zu Sport und Hitze“, die vom Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) und dem Universitätsklinikum Heidelberg entwickelt wurden und sich ganz konkret an Übungsleitende richten. Sie enthalten konkrete Hinweise, wie Sport- und Bewegungsangebote auch an warmen Tagen sicher durchgeführt werden können. Themen sind unter anderem:

    • die Anpassung von Trainingsintensität und -umfang,
    • geeignete Trainingszeiten,
    • ausreichende Flüssigkeitszufuhr,
    • der Umgang mit besonders gefährdeten Teilnehmenden sowie
    • das Erkennen von Warnzeichen einer hitzebedingten Erkrankung.

    Die Empfehlungen sind praxisnah aufbereitet und helfen dabei, verantwortungsvolle Entscheidungen im Übungsalltag zu treffen.

    Auch für Teilnehmende sind die Informationen in Form von Merkblättern und Plakaten verständlich aufbereitet. Sie liefern wichtige Verhaltensregeln für heiße Tage und unterstützen dabei, das Bewusstsein für einen sicheren Umgang mit Hitze zu stärken.

    Gerade im Rehasport können diese Materialien dazu beitragen, das Thema Hitzeschutz unkompliziert in die Übungsstunden einzubinden und gemeinsam mit den Teilnehmenden zu besprechen.

    Wir empfehlen allen Rehasport-Anbietern und Übungsleitenden, die Materialien kennenzulernen und bei Bedarf in ihre Arbeit einzubeziehen. Sie bieten eine fundierte und zugleich alltagstaugliche Unterstützung, um Rehasport auch während der Sommermonate sicher und gesundheitsfördernd zu gestalten.

    Die Empfehlungen sowie alle Begleitmaterialien stehen kostenfrei auf der Website Gesund & aktiv älter werden zur Verfügung.

  • Gesundheit braucht die richtigen Zutaten

    Gesundheit braucht die richtigen Zutaten

    Rehasport kann viel bewirken. Er hilft Menschen dabei, (wieder) aktiver zu werden, Vertrauen in den eigenen Körper zurückzugewinnen und Bewegung dauerhaft in den Alltag zu integrieren. Doch Gesundheit entsteht nicht allein in der Übungsstunde.

    Bewegung, Ernährung, ausreichend Schlaf, bewusste Erholung und ein guter Umgang mit Belastungen wirken zusammen. Für ein gesünderes Leben müssen nicht alle Zutaten gleichzeitig ausgetauscht werden. Oft entfalten viele kleine Entscheidungen im Alltag die nachhaltigere Wirkung.

    Mit unserer „Zutatenliste für einen gesunden Lebensstil“ möchten wir Rehasportteilnehmenden eine praktische Orientierung an die Hand geben. Sie enthält Anregungen zu den Themen Bewegung, Stressmanagement, Regeneration und Ernährung – verständlich formuliert und ohne erhobenen Zeigefinger. Die Liste soll motivieren, eigene Gewohnheiten zu reflektieren und dort anzusetzen, wo Veränderungen möglich und sinnvoll erscheinen.

    Gedacht ist die Zutatenliste allerdings nicht als bloßes Handout zum Mitnehmen für die Rehasportler. Sie sollte von Übungsleitenden möglichst aktiv vermittelt und eingeordnet werden. So kann sie dazu beitragen, den ganzheitlichen Ansatz des Rehasports sichtbar zu machen und Teilnehmende dabei unterstützen, gesundheitsförderliche Gewohnheiten auch außerhalb der Übungsstunde zu entwickeln.

    Dabei gilt: Jeder Mensch bringt unterschiedliche Voraussetzungen mit. Die Zutatenliste versteht sich deshalb nicht als starres Rezept, sondern als Ideensammlung für den persönlichen Weg zu mehr Wohlbefinden.

    Hier können Sie die Zutatenliste herunterladen

  • Rehasport wächst – wachsen Sie mit!

    Rehasport wächst – wachsen Sie mit!

    Rehasport lebt von vielfältigen Angeboten und engagierten Übungsleitenden. Dafür braucht es qualifizierte Fachkräfte und Anbieter, die heute schon an morgen denken.

    Gute Übungsleiter zu finden, wird vielerorts schwieriger. Wer als Rehasportanbieter seine Gruppen langfristig sichern oder ausbauen möchte, sollte deshalb frühzeitig in Personalentwicklung investieren – nicht erst dann, wenn Angebote mangels Fachpersonal nicht mehr stattfinden können.

    Unser Aus- und Fortbildungsprogramm bietet viele Möglichkeiten der gezielten (Weiter-) Qualifikation.

    Für Interessierte ohne Vorqualifikation gibt es in diesem Jahr noch drei Lehrgänge – in Leipzig, Erkrath und Calw – mit deren erfolgreichem Abschluss die Rehasportberechtigung im Profil Orthopädie erworben wird. Nähere Informationen zu unseren Kompaktlehrgängen finden Sie hier.

    Wer bereits als Übungsleiter im Breitensport oder als Fitnesstrainer tätig ist und sich berufsbegleitend für den Rehasport qualifizieren möchte, findet bei unserem Fachlehrgang Orthopädie in Erfurt besonders günstige Bedingungen: Die Theorie findet ausschließlich vormittags statt, sodass nachmittags Zeit zum Arbeiten oder für andere Verpflichtungen bleibt.

    Für Indikationen abseits des orthopädischen Spektrums gibt es deutschlandweit viel zu wenige Angebote. So finden Menschen beispielsweise mit Lungenerkrankungen oder Adipositas in den meisten Regionen kein passendes Angebot. Wer als Anbieter hier aktiv wird, schließt nicht nur Versorgungslücken, sondern gewinnt zugleich neue Zielgruppen. Die entsprechende Qualifikation können Rehasportübungsleiter in unseren Aufbaulehrgängen erwerben.

    Auch für Übungsleiter selbst lohnt sich die Spezialisierung: Aufbaulehrgänge können als Fortbildung angerechnet werden und erhöhen zugleich die Attraktivität auf dem Arbeitsmarkt.

  • Rehasport Walking Football bringt nicht nur Fußballbegeisterte in Bewegung

    Rehasport Walking Football bringt nicht nur Fußballbegeisterte in Bewegung

    Liebe Mitglieder, liebe Anbieter,

    Walking Football ist ein spannendes Rehasport-Angebot – nicht nur für Männer!

    Für Menschen, die an „gängigen“ Rehasport-Angeboten keine Freude haben, kann Walking Football eine echte Alternative sein. Denn sie erreichen das Ziel des Rehasports, langfristig eigenverantwortlich zu trainieren, mit Gymnastik meist nicht. Besonders oft betrifft dies Männer. Roman Senga, Mitglied im erweiterten Vorstand des RSD, berichtet im Interview, wie er mit Walking Football viele Männer fürs regelmäßige Training begeistert.

    Wie sind Sie zum Walking Football gekommen, Herr Senga?

    In jungen Jahren war ich hauptberuflich Fußballtrainer. Ich habe Kinder und Jugendliche in der Jugendabteilung der Borussia Dortmund trainiert. Da bei mir alles gut lief, wollte ich gerne etwas Soziales machen. Da ich auch eine Ausbildung als Gymnastiklehrer habe, überlegte ich mir, Reha-Sport Fußball für Kinder anzubieten.

    Wer spielt nicht gerne Fußball? Kinder können so „auf Rezept“ Fußball spielen. Die Kinder meiner Gruppe waren ADHS-auffällig, teilweise schwer übergewichtig, traumatisiert, hatten Geburtsschäden. Eine Junge war ohne Füße geboren worden, wollte aber trotzdem Fußball spielen. Er hat dann einfach bei uns im Tor „gekniet“ und „gesessen“. Alles in allem waren es Kinder, welche in einer „normalen“ Fußballmannschaft nicht hätten mitspielen können. Die Kinder hatten in mir einen Profitrainer und ich habe mich gefreut, etwas Gutes zu tun. Das war für mich 2007 die eigentliche Grundidee, den Rehasport e.V. zu gründen. Walking Football war damals noch kein Thema.

    Wann haben Sie Walking Football angeboten?

    Aufgrund einer Rheumaerkrankung konnte ich seit 2017 nicht mehr Fußball spielen. Es war extrem hart, darauf zu verzichten. Seit 2000 hatte ich bei mir im lokalen Fußballverein gekickt. Ich musste mich also immer mehr aus dem Fußball zurückziehen. Fußballvereine haben es heute sehr schwer. In der Corona-Pandemie haben sie viele Mitglieder verloren. 2022 fiel uns auf, dass nur noch wenige zum Alte-Herren-Training gekommen sind.

    Und dann haben wir es mit Walking Football versucht. Wir haben uns auf dem Sportplatz getroffen, zur normalen Alte-Herren-Trainingszeit. Eigentlich haben wir Walking Football in die Opa-Schublade gesteckt. Und dann fiel uns auf, wie fordernd es sein kann. Wir haben unsere Trainingszeit von 90 auf 60 Minuten runtergesetzt, da Walking Football so unglaublich intensiv ist. Woche für Woche waren mehr Männer dabei. Und seitdem spielen wir sehr erfolgreich Walking-Football. Ich habe meinem Heimatverein dann den Übungsleiter-Subauftrag im Rehasport erklärt. Und seitdem können bei uns auch Menschen mit Rehasport-Verordnung mitspielen.

    Wie genau wird Walking Football gespielt?

    Im Vergleich zum klassischen Fußball gibt es beim Walking Football drei besondere Regeln:
    1.) Gehen: Walking Football ist Fußball ohne Laufen. Ein Fuß muss immer den Boden berühren.
    2.) Spielhöhe: Der Ball darf beim Rehasport Walking Football nur bis zu einer Höhe von einem Meter gespielt werden. Die Tore sind nicht höher als ein Meter.
    3.) Der Strafraum darf nicht betreten werden, um ein Tor zu verhindern oder zu erzielen. Je größer der Strafraum, desto höher die Intensität.

    Ist Walking Football nur etwas für Männer?

    Gerade für Männer, auch ältere Männer, ist Walking Football genau das Richtige, um wieder in Bewegung zu kommen. In einem Altenheim in Bottrop beteiligten sich meist nur Frauen am Reha-Sport. Als eine Steh- und Sitzfußballgruppe gegründet wurde, haben die alten Männer am Rollator und aus dem Rollstuhl heraus, mitgespielt. Da war eine Freude im Raum wie bei kleinen Jungs. Die Männer waren bei jedem Fußball-Termin dabei. Rehasport Fußball richtet sich natürlich auch genauso an Frauen.

    Warum bringen Sie gerade Männer mit Walking Football in Bewegung?

    Männer nehmen oft nicht an den klassischen Rehasport-Angeboten teil. Aber mit Walking Football leisten wir unseren Beitrag zur Förderung der Männergesundheit. Männer gehen gerne zum Fußballtraining. Fußballspielen, das ist auch bei mir ein so heiliger Moment. Oft spielen Jungs schon mit fünf, sechs Jahren Fußball im Verein. Wenn dann aber nach Jahren irgendwann das Knie schmerzt und der Rücken, hören viele auf. Und dann fehlt das Spielen, die Gemeinschaft.

    Ich habe das selbst erlebt nach meiner Rheumadiagnose. Ich bin ins Fitnessstudio gegangen, habe mit dem Golfen angefangen. Aber das ist alles nicht Fußball, weil die Gruppendynamik fehlt. Das erlebt man dann beim Reha-Sport Walking Football wieder.

    War es kompliziert, Walking Football als Reha-Sport anzubieten?

    Reha-Sport muss nicht immer Gymnastik sein. Alle möglichen Bewegungsspiele können als Rehasport anerkannt werden. Wenn ein Übungsleiter, der ein Angebot macht, dafür brennt, dann findet er auch die Teilnehmer/-innen und kann sie begeistern. Und begeisterte Teilnehmer haben Spaß, kommen regelmäßig und bleiben langfristig dabei.

    Wie können Fußballvereine, die Walking Football anbieten, Rehasport-Anbieter werden?

    Fußballvereine können sich ganz einfach an uns wenden. Natürlich braucht der Übungsleiter eine Qualifikation. Wir bezahlen und betreuen die Anerkennung und regeln alles Administrative. Da wir Mitglied im RSD sind, wächst auch der Verband. Wichtig ist mir: Wir sind Mitglied im RSD und das Angebot ist sehr gut. Allerdings können wir für Rehasport-Anbieter das Leben leichter machen, indem wir als gemeinnütziger Verein alles bezahlen und organisieren.

    Wie werde ich Übungsleiter/-in für Reha-Sport?

    Die Qualifikation kann jeder erwerben. Eine komplette Ausbildung umfasst ca. 200 Unterrichtseinheiten. Wenn jemand im Seniorenfußball dabei ist, kann er auch einen Übungsleiter-Schein machen. Gerade ältere Menschen sind hier richtig. Denn sie wissen, wie sie ihre Altersgruppe ansprechen und was sie machen können.

    Wenn jemand DFB Fußballtrainer C ist, erfüllt er bereits die Grundlagen und kann direkt in einen verkürzten Fachlehrgang einsteigen. Die meisten Fußballvereine haben sehr gut qualifiziertes Personal, auch wenn sie es nur ehrenamtlich machen.

    Gibt es viele Angebote für Walking Football?

    Ja! Der alte Herrenfußball stirbt langsam aus und daher bieten immer mehr Fußballvereine Walking Football an. Und wenn sie Walking Football als Reha-Sport anerkennen lassen, kommen immer mehr neue Teilnehmer/-innen. Ärzte verschreiben Reha-Sport. Manchmal muss man nachfragen. Aber es ist ganz einfach.

    Wenn wir die Menschen nachhaltig in Bewegung bringen, entlastet das auf lange Sicht unser Gesundheitssystem. Es ist ein wichtiger Beitrag für die Gesundheit von Männern und wir sparen hohe Kosten ein, weil sich Männer um ihre Gesundheit kümmern. Für mich ist das eine medizinische Revolution.

    Zur Person:

    Roman Senga hat 2007 den Rehasport e.V. gegründet. Als Vertreter der Groups ist er Mitglied im erweiterten Vorstand des RSD. Kontakt: E-MAIL fussball@rehasport-finder.de

  • 29. September 2023 | Kompaktlehrgänge für Quereinsteiger

    29. September 2023 | Kompaktlehrgänge für Quereinsteiger

    Liebe Mitglieder, liebe Anbieter!
    Der überall beklagte Fachkräftemangel wirkt sich auch im Rehasport stark aus. Weil Übungsleiter fehlen, können Gruppen immer wieder nicht bedarfsgerecht angeboten werden. Im Vergleich zu anderen Tätigkeitsfeldern sind aber die Hürden für den Quereinstieg im Rehasport niedrig. Innerhalb einer nur etwa vierwöchigen Kompaktausbildung kann die Berechtigung zur Anleitung von Rehasportgruppen im Profil Orthopädie erworben werden. Im kommenden Jahr bietet der RSD in Kooperation mit der es.te services GmbH mehrere dieser Lehrgänge an. Alle Informationen zur Ausbildung für Laien und Quereinsteiger finden Sie hier.

    Um Sie beim Finden potentieller Übungsleiter für Rehasport zu unterstützen, haben wir Motivationsmaterial erstellt, welches Sie für Ihre Kampagne verwenden können.

    Hier geht es zum Download für die Flyer, Handzettel und Plakate.

    Wenn Sie das Material in hoher Druck- und Papierqualität bei uns bestellen möchten, finden Sie hier das Bestellformular

     

  • 1. September 2023 | Rehasport für Kinder und Jugendliche

    1. September 2023 | Rehasport für Kinder und Jugendliche

    Liebe Anbieter, liebe Mitglieder!

    Es ist längst bekannt, dass sich Kinder und Jugendliche nicht mehr in ausreichendem Maße bewegen. Welche Konsequenzen das hat, wird u.a. in den Ergebnissen der KiGGS-Studie des Robert-Koch-Instituts deutlich. Im Rahmen dieser “Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland” wurden über einen Zeitraum von vielen Jahren Datenerhebungen vorgenommen. Die Ergebnisse sind ernüchternd:

    • ​​17,6% der Kinder weisen im Grundschulalter bereits Haltungsschwächen auf.
    • 15% der Kinder ab 4 Jahren haben Übergewicht, 6,3% sind adipös.
    • 25% der Kinder ab 6 Jahren haben Defizite bei der Körperkoordination.
    • 34% aller Kinder ab 6 Jahren bewegen sich zu wenig.
    • 20% aller Kinder haben gravierende Orientierungsprobleme.
    • 20,2% aller Kinder haben bereits allgemeine psychische Störungen.
    • 5,4% aller Kinder leiden unter ADS bzw. ADHS.
    • 72,5% der Kinder erreichen nicht die WHO-Empfehlung sich 60 Minuten pro Tag zu bewegen.

    Die Konsequenzen sind gravierend. Zivilisationskrankheiten wie Diabetes mellitus und Adipositas bei Kindern nehmen immer mehr zu. Die physische Widerstandsfähigkeit von Kindern ist deutlich zurückgegangen. Auch die Resilienz – also die psychische Stärke von Kindern gegenüber schwierigen Lebenssituationen –  hat sich stark verschlechtert; ihre Strategien zur Alltagsbewältigung sind deutlich weniger entwickelt als noch vor 20 Jahren.

    Natürlich ist nicht jedes Kind betroffen, aber der Anteil von Kindern mit geschwächter Konstitution wächst permanent. Hier kann Rehasport helfen. Allerdings sind Angebote, zugeschnitten auf die besonderen Bedürfnisse dieser Zielgruppe, leider sehr rar. Oftmals finden Eltern für ihre Kinder kein passendes Angebot.

    Grundsätzlich kann jeder Rehasportanbieter auch Gruppen für Kinder und Jugendliche einrichten, denn die Qualifikation eines Übungsleiters im Rehasport gilt für alle Altersgruppen. Spezielles Wissen für die Anleitung von Kindern und Jugendlichen ist Bestandteil der Ausbildung. Ergänzend zum Qualifikationsnachweis ist bei der Beantragung eines Angebotes für Kinder und Jugendliche lediglich die Vorlage eines erweiterten Führungszeugnisses für den Übungsleiter erforderlich.

    Für Übungsleiter, die sich ganz konkret auf Rehasportgruppen mit Kids vorbereiten möchten, gibt es verschiedene Fortbildungsangebote. Über www.rehasport-deutschland.school sind aktuell zwei Themen verfügbar.

    Rehasport mit Kindern und Jugendlichen am Beispiel Yoga befasst sich mit den Grundsätzen von Training für diese Altersgruppe und dem Konzept von Yoga mit seiner besonderen Wirkungsweise in Bezug Entspannung und Achtsamkeit. Die Fortbildung gibt eine Vielzahl konkreter Impulse für die praktische Umsetzung.

    Variantenreicher Rehasport mit Kindern und Jugendlichen befasst sich mit der Vielfalt an Möglichkeiten, Kinder und Jugendliche in Bewegung zu bringen. Mit einer großen Menge an Spielideen und beispielhaften Bewegungsaufgaben werden die Möglichkeiten der Stundengestaltung im Rehasport aufgezeigt.

  • 18. April 2023 | Rehasport im Freien

    18. April 2023 | Rehasport im Freien

    Liebe Anbieter, liebe Mitglieder!

    Die überarbeitete und am 1. Januar 2022 in Kraft getretene Rahmenvereinbarung über den Rehabilitationssport und das Funktionstraining ermöglicht, bei Einverständnis der Teilnehmenden und Vorhandensein geeigneter Flächen, eine Durchführung der Gruppen im Freien. Auf dem Verordnungsformular (Formular 56) wurde die Rehabilitationssportart Leichtathletik durch Ausdauer- und Kraftausdauerübungen ersetzt, wodurch auch moderne Trainings- und Bewegungsformen wie  z.B. Power Walking oder funktionelles Training im Freien abgebildet sind.

    Während der Pandemie hat sich schon gezeigt, dass Angebote im Freien sehr gut angenommen werden. Wer einen Blick auf die Forschungsergebnisse zur Thematik wirft, wird sich darin bestärkt sehen, Gruppen einzurichten, die vorwiegend im Freien stattfinden.

    Untersuchungen belegen, dass Bewegung und Training im Freien gegenüber der Aktivität in Innenräumen zusätzliches gesundheitswirksames Potenzial entfalten. Zum Beispiel nehmen Müdigkeit und Depressivität ab. Die Naturnähe sorgt für Entspannung und Abwechslung;  der Cortisolspiegel sinkt – die Stimmung steigt. 

    Wenn eine Wiese zum Outdoor-Training zur Verfügung steht, profitieren die Teilnehmer nicht nur von der schönen Umgebung, sondern auch von einem besonders geeigneten Untergrund, der die Gelenke schont und eine Matte durchaus ersetzen kann. Bewegungen auf unebenem Boden fördern die lokale Stabilität in den Gelenken und der Wirbelsäule. Koordinative Fähigkeiten wie Gleichgewichtsfähigkeit, Umstellungsfähigkeit und Reaktionsfähigkeit werden unter ganz natürlichen Bedingungen und ohne Geräteaufwand trainiert. Landschaftliche Voraussetzungen können für eine ganz ursprüngliche Art des Intervalltrainings sorgen. Das Umfeld “Natur” stimuliert alle Sinne und wirkt sich anregend auf die Aktivität des Gehirns aus.

    Die positive Wirkung von Sport auf das Immunsystem ist im Freien besonders ausgeprägt. Wer auch bei kühleren Temperaturen seine Einheiten regelmäßig an der frischen Luft absolviert, schult den Körper darin, sich zügig an geänderte Bedingungen anzupassen und wird unempfindlicher gegenüber einem Wetterwechsel und Krankheitserregern.

    Beim Outdoor-Sport wird Vitamin D, “das Sonnenvitamin”, getankt und mit ihm seine vielen positiven Wirkungen, wie z.B. die Verbesserung der Kalziumaufnahme durch den Körper, was zu einer Stärkung der Knochen führt.

    Es gibt also jede Menge Gründe, Rehabilitationssportgruppen einzurichten, die vorwiegend im Freien stattfinden, im Sommer wie im Winter.

    Wie immer liegt es auch im Freien in der Hand des Übungsleiters, dafür zu sorgen, dass es nicht langweilig wird. Draußen sind die Möglichkeiten zu trainieren vielfältig, selbst wenn nur wenige oder keine Kleingeräte zur Verfügung stehen. Unsere Übungsleiterausbildungen bereiten auf diese Situation vor. Bei einigen Lehrgängen – sie sind in der Ausschreibung grün markiert – hat die inhaltliche Ausgestaltung des Praxisteils einen speziellen Fokus auf die Gegebenheiten von Training im Freien.

  • 12. April 2023 | Mehr Rehasport für Menschen mit Diabetes mellitus

    12. April 2023 | Mehr Rehasport für Menschen mit Diabetes mellitus

    Liebe Anbieter, liebe Mitglieder!

    Wer regelmäßig sportlich aktiv ist, senkt das Risiko für eine Vielzahl von Erkrankungen. Bei bereits bestehenden Störungen ist gezieltes Training nachweislich eine wirkungsvolle Therapie. Die Effekte von Bewegung auf Körper und Geist sind dabei sehr vielfältig und hängen von der Dosis ab. Ganz unmittelbar stellen sich beim Sport Stressabbau und die Senkung des Blutzuckerspiegels ein. Aber erst wer regelmäßig trainiert, erzielt nachhaltige Veränderungen wie eine spürbare Verbesserung der Belastbarkeit oder die Absenkung messbarer Werte wie Blutdruck und Körpergewicht.

    Todesursache Nr. 1 in Deutschland sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Dabei können gerade Menschen mit einer solchen Disposition durch zielgerichtetes Training die Negativspirale pathogener Prozesse durchbrechen und erreichen, dass

    • der Blutzuckerspiegel dauerhaft sinkt
    • die Insulinempfindlichkeit steigt
    • sich der Blutdruck normalisiert 
    • sich Blutfettwerte verbessern
    • Übergewicht abgebaut wird

    Lebensfreude und Lebensqualität nehmen zu und das Risiko, vorzeitig an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu versterben, sinkt stetig.

    Ärztlich verordneter Rehabilitationssport kann einen wirkungsvollen Impuls in Richtung eines aktiven, gesundheitsbewussten Lebenswandels setzen. Dieses Potenzial ist durch das Inkrafttreten der neuen Rahmenvereinbarung am 01.01.2022 noch einmal gewachsen. Denn mit der Einordnung von Diabetes mellitus als schwere Beeinträchtigung besteht für den Arzt die Möglichkeit, 120 statt der üblichen 50 Übungseinheiten zu verordnen. Damit haben sich die Bedingungen für die Betroffenen, gezieltes Training dauerhaft in ihrem Alltag zu etablieren, noch einmal deutlich verbessert.

    Dennoch gibt es ein “Aber”: Die Anzahl zugelassener Rehasportgruppen für Diabetiker ist gering; nach wie vor kann von einer flächendeckenden Versorgung mit entsprechenden Angeboten nicht die Rede sein. Auch die Anzahl qualifizierter Übungsleiter ist nicht ausreichend. Um an dieser Situation zügig etwas zu verändern, gibt es nun ein neues Lehrgangsmodell, das Rehasport-Übungsleitern auf kurzem Wege die Qualifikation für den Bereich Diabetes und metabolisches Syndrom zugänglich macht.

    Der Aufbau-Lehrgang Diabetes und metabolisches Syndrom umfasst 40 UE und setzt sich aus Online- und Präsenzabschnitten zusammen. Er schließt mit einer schriftlichen und einer praktischen Prüfung ab. Teilnahmevoraussetzung ist die Vorlage einer gültigen Berechtigung in einem anderen Rehasport-Profil.

  • 17. Oktober 2022 | Das neue Buchungsportal für Aus-/Fortbildung ist online

    17. Oktober 2022 | Das neue Buchungsportal für Aus-/Fortbildung ist online

    Liebe Anbieter, liebe Mitglieder,

    es ist soweit: unser neues Portal für die Buchung von Aus- und Fortbildungen ab 1. Januar 2023 ist nun online. 

    Sie erreichen es über die Internetadresse

    www.rehasport-deutschland.school

    Die wesentlichste Neuerung, neben der neuen Gestaltung, ist die Option, kostenpflichtige Veranstaltungen gleich online zu bezahlen.

    Bitte beachten Sie, dass alle Veranstaltungen die in 2022 stattfinden noch über unsere bisherige Seite gebucht werden.

  • 11. Juli 2022 | Anmerkungen zu LongCOVID – Fatique – ME/CFS

    11. Juli 2022 | Anmerkungen zu LongCOVID – Fatique – ME/CFS

    Liebe Anbieter, liebe Mitglieder,

    zu den möglichen gesundheitlichen Langzeitfolgen einer SARS-CoV-2-Infektion zählt eine Vielzahl körperlicher, kognitiver und psychischer Symptome, die allein oder in Kombination auftreten, ganz unterschiedlich lang dauern können und als LongCOVID/Post-COVID bezeichnet werden. Die genauen Ursachen sind bisher noch unklar. 

    Da das Spektrum an Symptomen breit ist, variieren auch die Therapieansätze. Unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e. V. wurde die S1-Leitlinie Post-COVID/Long-COVID verfasst.

    In vielen Fälle ist Rehabilitationssport eine gute Unterstützung bei der Wiederherstellung der Belastbarkeit der von Long-/Post-COVID betroffenen Menschen.

    Fatique (körperliche Schwäche) gehört zu den häufigsten Symptomen, die sechs Monate nach einer Infektion mit SARS-CoV-2 verbleiben. Die moderate Belastung kann bei guter Steuerung durch Übungsleiter:in und Teilnehmer:in zu einer Verbesserung der Fatigue führen. 

    Ein Teil der Patient:innen zeigt eine ausgeprägte Belastungsintoleranz, die auf das Krankheitsbild der Myalgischen Enzephalomyelitis/des Chronischen Fatigue-Syndroms (ME/CFS) hinweist. Hierfür kennzeichnend sind neben einer schweren Fatique Symptome wie:

    • Verschlechterung des Allgemeinzustandes nach geringer körperlicher oder geistiger Anstrengung
    • Muskel-, Gelenk-, Kopfschmerzen
    • Krämpfe
    • grippale Symptome
    • Überempfindlichkeit auf Sinnesreize
    • Schlafstörungen

    Es gibt aktuell keine spezifische Therapie für ME/CFS-Betroffene. Als Strategie im Umgang mit der Erkrankung kommt dem Pacing eine bedeutende Rolle zu. Ziel ist es dabei, das individuelle richtige Maß an Aktivität zu finden, um Überlastung und Symptomverschlechterung zu vermeiden und die mit der Erkrankung verbundene Abwärtsspirale aufzuhalten. Die Teilnahme am Rehabilitationssport kann in diesen Fällen schädlich sein.

    Für die sichere Durchführung von Rehabilitationssport nach einer überstandenen COVID-19 Infektion sollten Übungsleiter:innen ein Screening auf Post-exertional malaise durchführen. Falls es dabei zu Auffälligkeiten kommt, muss eine weiter ärztliche Abklärung erfolgen; Rehabilitationssport sollte zunächst nicht durchgeführt werden. Zusätzlich ist es zu empfehlen, vor Beginn der körperlichen Aktivität ein EKG und eine Pulsoxymetrie (Messung der Sauerstoffsättigung) durchführen zu lassen. Letzteres kann auch durch Übungsleiter:innen erfolgen. 

    Der intensive Dialog zwischen Übungsleiter:in und Teilnehmer:in sowie die Messung des individuellen Belastungsempfindens (z.B. mittels BORG-Skala) ist bei Long-COVID/Post-COVID unbedingt erforderlich, um Ziele zu erreichen und Überlastungen zu vermeiden.

    Der RSD bietet eine Fortbildung zum Thema Rehasport bei LongCOVID an. Hier können Sie sich anmelden.

    Quellen: Post-COVID-Netzwerk der Charité | Deutsche Gesellschaft für ME/CFS