Schlagwort: UBUNGSLEITER

  • 31. Mai 2022 | Aufbaumodul Lungenerkrankungen

    31. Mai 2022 | Aufbaumodul Lungenerkrankungen

    Liebe Anbieter, liebe Mitglieder

    Die Symptomatik von LongCOVID ist vielfältig und komplex. Etwa 10 % der an COVID 19 Erkrankten entwickeln diese Beschwerden, welche sehr oft mit teilweise erheblichen Belastungseinschränkungen im Bereich des Atmungssystems einhergehen.

    Die Zahl passender Rehabilitationssportgruppen ist bislang gering. LongCOVID verstärkt also das ohnehin schon vorhandene Problem fehlender Angebote für Patienten mit Lungenerkrankungen.

    Durch die Teilnahme am Aufbaumodul Lungenerkrankungen können Übungsleiter mit bereits vorhandener Rehasportberechtigung (z.B. im Profil Orthopädie) die Zulassung für diesen Bereich erwerben. Die Ausbildung baut auf das Wissen vorangegangener Rehasport-Ausbildungen auf und vermittelt die notwendigen theoretischen und praktischen Inhalte in kompakter Form. Die Hälfte der Unterrichtseinheiten kann online von zu Hause aus absolviert werden. Der praktische Teil einschließlich Prüfung findet in Essen statt.

    Hier gehts zur Anmeldung.

  • 31. Mai 2022 | Urteil zur Freistellung von ungeimpften Beschäftigten

    31. Mai 2022 | Urteil zur Freistellung von ungeimpften Beschäftigten

    Liebe Anbieter, liebe Mitglieder,

    das Arbeitsgericht Gießen hat am 12.4.2022 zur Freistellungsbefugnis eines Arbeitgebers gegenüber nicht geimpften Beschäftigten entschieden. Hintergrund: § 20a Absatz 3 Satz 4 IfSG sieht im Falle der Nichtvorlage eines Impf- oder Genesenennachweises ein Beschäftigungsverbot nur für ab dem 16.3.2022 neu eingestellte Personen, nicht aber für bislang schon beschäftigte Personen („Alt-Beschäftigte“) vor.

    Gleichwohl hatte der Betreiber eines Seniorenheims einen Wohnbereichsleiter und eine Pflegefachkraft mit Wirkung ab dem 16.3.2022 ohne Fortzahlung der Vergütung freigestellt, weil sie keine Impfung gegen SARS-CoV-2 nachgewiesen und auch keinen Genesenennachweis vorgelegt hatten.

    Beide Beschäftigte beantragten daraufhin beim zuständigen Arbeitsgericht Gießen im Wege der einstweiligen Anordnung, die Arbeitgeberin zu verpflichten, sie weiter im Seniorenheim auf ihren Arbeitsplätzen arbeitsvertragsgemäß zu beschäftigen.

    Das Arbeitsgericht Gießen wies die Anträge zurück. Zwar sehe § 20a IfSG kein explizites Beschäftigungsverbot für sogenannte Alt-Beschäftigte vor. Es stehe aber einem Arbeitgeber frei, unter Zugrundelegung der gesetzlichen Wertungen des § 20 a IfSG im Rahmen billigen Ermessens und im Hinblick auf das besondere Schutzbedürfnis der Bewohnerinnen und Bewohner eines Seniorenheims Beschäftigte, die weder geimpft noch genesen sind und der Pflicht zur Vorlage eines Impf- oder Genesenennachweises nicht nachkommen, von der Arbeitsleistung freizustellen. Gegenüber dem Interesse der Beschäftigten an der Ausübung ihrer Tätigkeit überwiege insofern das Interesse der Bewohnerinnen und Bewohner an deren Gesundheitsschutz.

    Nicht klären musste das Gericht die Frage, ob für die Zeit der Freistellung die Vergütung fortzuzahlen ist, da die beiden Beschäftigten keine Lohnfortzahlungsansprüche bei Gericht geltend gemacht hatten.

    Für Alt-Beschäftigte im Rehasport folgt daraus: je nach den konkreten Umständen des Einzelfalles, insbesondere je nach Zusammensetzung der Rehasportgruppe kann es gerechtfertigt sein, einen Beschäftigten, insbesondere ein Übungsleiter, von der Arbeit auszuschließen. Zu den damit im Zusammenhang stehenden weiteren Fragen (insbesondere zu Haftungsfragen) hatte ich bereits in meinen Blogbeiträgen vom 17.02., 01.03.2022 und 11.3.2022 berichtet.

  • 24. Mai 2022 | Sonderlehrgang Neurologie

    24. Mai 2022 | Sonderlehrgang Neurologie

    Liebe Anbieter, liebe Mitglieder,

    für Versicherte mit einer orthopädischen Diagnose ist es in aller Regel recht einfach, eine passende Gruppe in Wohnortnähe zu finden. Nicht selten besteht sogar die Möglichkeit, unter mehreren Anbietern zu wählen.

    Bei den neurologischen Erkrankungen ist das Bild ein völlig anderes: Durch die immer älter werdende Bevölkerung wächst die Zahl der Betroffenen kontinuierlich, das Angebot an Rehabilitationssportgruppen ist jedoch sehr gering. Eine Ursache ist der Mangel an Übungsleitern mit einer entsprechenden Qualifikation.

    Im Juli gibt es für Physiotherapeuten die Gelegenheit, im Rahmen eines Sonderlehrgangs auf kurzem Weg die Rehasportberechtigung im Profil Neurologie zu erwerben. Teilnahmevoraussetzung ist die Zulassung in einem anderen Rehasportprofil sowie die Vorlage der Berufsurkunde als Physiotherapeut.

    Hier geht es zur Anmeldung.

  • 20. Mai 2022 | Verfassungsgericht bestätigt einrichtungsbezogene Impfpflicht

    20. Mai 2022 | Verfassungsgericht bestätigt einrichtungsbezogene Impfpflicht

    Liebe Anbieter, liebe Mitglieder,

    die seit dem 16.3.2022 geltende einrichtungsbezogene Nachweispflicht nach § 20a Infektionsschutzgesetz (IfSG), über die ich schon mehrfach geschrieben hatte, stand – erwartungsgemäß – auch auf dem Prüfstand des Bundesverfassungsgerichts. Mit dem gestern (19.5.2022) veröffentlichten rund 50 DIN A4-Seiten langen Beschluss vom 27.4.2022 hat das Bundesverfassungsgericht die Verfassungsbeschwerden von 53 Beschwerdeführenden (Ärzte, Zahnärzte, Beschäftigte, Betreiber von Krankenhäusern, Rettungsdiensten, ambulante Pflegeeinrichtungen, Patienten) zurückgewiesen. 

    Wenig überraschend –  das Bundesverfassungsgericht hatte bereits mit Beschluss vom 10.2.2022 die Anträge der Beschwerdeführer auf Erlass einer einstweiligen Anordnung abgelehnt – hat das Bundesverfassungsgericht den in der Verpflichtung zum Impfnachweis liegenden Eingriff in das Recht auf körperliche Unversehrtheit aus Artikel 2 Absatz 2 Satz 1 Grundgesetz für gerechtfertigt gehalten.

    Der Eingriff diene einem legitimen Zweck (besonderer Schutz vulnerable Menschen vor einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2) und sei zur Erreichung dieses Zwecks geeignet sowie erforderlich (es fehlt an einem milderen, aber gleich geeigneten Mittel). Er belaste die Grundrechtsträger auch nicht in unzumutbarer Weise; insbesondere sei er unter Berücksichtigung der besonderen Schutzbedürftigkeit vulnerabler Personen nicht unverhältnismäßig im engeren Sinne.

    Danach habe der Gesetzgeber zwar berücksichtigen müssen, dass die mit § 20a IfSG eingeführte einrichtungs- und unternehmensbezogene Nachweispflicht erheblich in die betroffenen Grundrechte eingreife. Er habe aber verfassungsrechtlich beanstandungsfrei annehmen dürfen, dass die Beschränkungen dem dringlichen Schutz der Rechtsgüter Dritter von überragender Bedeutung dienen. In der Abwägung dieser beiden Positionen habe der Gesetzgeber einen angemessenen Ausgleich zwischen den mit der einrichtungs- und unternehmensbezogenen Nachweispflicht verfolgten Belangen Dritter und den Grundrechtsbeeinträchtigungen gefunden.

    Der § 20a IfSG sei auch nicht in der Zeit nach seinem Inkrafttreten in eine Verfassungswidrigkeit hineingewachsen. Auch heute noch würden die zum Zeitpunkt des Inkrafttretens getätigten Annahmen des Gesetzgebers zutreffen (impfen schützt; Schutzbedürftigkeit vulnerable Personen; schwerwiegende Nebenwirkungen einer Impfung sehr selten). Ebenso wenig hat das Bundesverfassungsgericht eine Verletzung der Berufsfreiheit (Artikel 12 Absatz 1 Grundgesetz) erkennen können. Zwar sei der Schutzbereich der Berufsausübungsfreiheit verletzt, weil Grundrechtsträger, die ungeimpft bleiben wollen, bei Fortsetzung ihrer Tätigkeit mit der Anordnung eines Betretungs- oder Tätigkeitsverbots rechnen müssen. Dieser Eingriff sei jedoch zum Schutz vulnerabler Menschen gerechtfertigt.

    Fazit

    Erneut zeigt sich, dass man – zwar – über die gegen die COVID-19-Pandemie zu ergreifenden Maßnahmen unterschiedlicher Auffassung sein kann. Wenn sich aber der Gesetzgeber zu bestimmten Maßnahmen entschließt, sind diese nicht allein deshalb verfassungswidrig, weil man dazu eine andere Meinung vertreten könnte.

    Vielmehr hat das Bundesverfassungsgericht dem Gesetzgeber erneut weite Einschätzungsspielräume zugebilligt, insbesondere wenn – wie bei der Bekämpfung der COVID-19-Pandemie – ein komplexer und ständigen tatsächlichen Veränderungen unterworfener Sachbereich betroffen ist.

  • 8. April 2022 | Rehasport bei Long-Covid … im Fernsehen

    8. April 2022 | Rehasport bei Long-Covid … im Fernsehen

    Liebe Anbieter, liebe Mitglieder,

    zum Thema 

    Reha-Sportgruppe hilft Long-Covid-Betroffenen

    hat die Landesschau Rheinland-Pfalz aktuell einen Beitrag veröffentlicht, der bis zum 01.04.2023 online verfügbar ist.

    Der Südwestrundfunk | SWR freut sich, wenn der Beitrag auf Ihrer Website verlinkt oder auf Ihrer Facebook-Seite geteilt wird.

    Der Beitrag ist unter der Adresse Reha-Sportgruppe hilft Long-Covid-Betroffenen – Landesschau Rheinland-Pfalz – SWR Fernsehen verfügbar.

    Das Video ist auch zum Einbetten für Ihre Homepage freigegeben. Der Einbettungscode lautet:
    <iframe src=https://www.swrfernsehen.de/~embed/landesschau-rp/reha-sportgruppe-hilft-long-covid-betroffenen-100.html width=“640″ height=“360″ frameborder=“0″ webkitallowfullscreen mozallowfullscreen allowfullscreen></iframe>  (nicht zum Posten auf Facebook geeignet).

    Der SWR bittet um diese Art der Einbindung: Das Herunterladen und Bereitstellen auf Plattformen wie z.B. YouTube oder eigenen Homepages ist aus rechtlichen Gründen nicht gestattet.

    Passend zum Thema möchten wir auf unsere Aus- und Fortbildungsangebot für Übungsleiter hinweisen:

    Aufbaumodul Lungenerkrankungen | Essen | Start 20.09.2022
    Sonderlehrgang für Physiotherapeuten | Profil Innere Medizin | 24 UE | Essen | Start 21.11.2022
    Rehasport bei Long-COVID | Online | 4 UE | 14.06.2022
  • 18. März 2022 | Einrichtungsbezogene Impfpflicht: Umgang mit der Meldepflicht

    18. März 2022 | Einrichtungsbezogene Impfpflicht: Umgang mit der Meldepflicht

    Liebe Anbieter, liebe Mitglieder,

    die seit vorgestern scharf gestellte Umsetzung der einrichtungsbezogenen Impfnachweispflicht (§ 20a Infektionsschutzgesetz – IfSG) wird aller Voraussicht nach von den 16 Bundesländern unterschiedlich gehandhabt werden. Zu groß sind die im Infektionsschutzgesetz angelegten Interpretations- bzw. Ermessensspielräume.

    Eine Übersicht zum Stand 14. März findet sich im Deutschen Ärzteblatt, in der Ärzte-Zeitung und bei physio.de. Das Bundesland Sachsen hat für Meldezwecke ein Meldeportal eingerichtet und eine Excel-Vorlage für die Meldung zum Download bereitgestellt. Sofern andere Bundesländer nicht ebenfalls entsprechende Vorlagen zur Verfügung stellen, dürfte nichts dagegen sprechen, die sächsische Vorlage zu benutzen.

    Bundeslandunabhängig ist jedenfalls die Frist, innerhalb derer die Meldung von Beschäftigten erfolgen muss, die keinen Impf-/Genesenen-/Impfkontraindikations-Nachweis vorlegen bzw. bei denen Zweifel an der Richtigkeit oder Echtheit dieses Nachweises bestehen – nämlich „unverzüglich“. Unverzüglich bedeutet „ohne schuldhaftes Zögern“ (§ 121 Abs. 1 Bürgerliches Gesetzbuch). Ein schuldhaftes Zögern liegt nicht schon dann vor, wenn die Meldung nicht „sofort“ erfolgt (z.B. am Tage der Nichtvorlage des Impfnachweises).

    Vielmehr kann von einem schuldhaften Zögern nur ausgegangen werden, wenn das Zögern nicht durch die Umstände des Einzelfalls geboten ist. § 20a Abs. 2 IfSG  stellt mithin keine starre Frist auf. Generell wird man aber davon ausgehen dürfen, dass ein Zögern von zwei Wochen zu lang ist, also als nicht mehr unverzüglich anzusehen ist. Wer länger wartet, wird gegenüber der Behörde sehr gute Gründe angeben müssen. Ich will an dieser Stelle nicht ausschließen, dass es solche geben kann. Das ist aber auf jeden Fall eine Frage des Einzelfalles.

  • 16. März 2022 | Einrichtungsbezogene Impfpflicht: Anmerkungen zur Prüfung des Nachweises

    16. März 2022 | Einrichtungsbezogene Impfpflicht: Anmerkungen zur Prüfung des Nachweises

    Liebe Anbieter, liebe Mitglieder,

    ab dem 16.3.2022 gilt die einrichtungsbezogene Nachweispflicht. Nach § 20a Infektionsschutzgesetz (IfSG) müssen Personen, die in bestimmten Einrichtungen des Gesundheitswesens tätig sind, der Einrichtungsleitung einen Impfnachweis oder einen Genesenennachweis oder ein ärztliches Zeugnis darüber, dass sie wegen einer Kontraindikation nicht gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 geimpft werden können, vorlegen. Ist dies bis zum 16.3.2022 nicht geschehen oder bestehen Zweifel an der Echtheit oder inhaltlichen Richtigkeit des vorgelegten Nachweises, hat die Einrichtungsleitung unverzüglich dem örtlich zuständigen Gesundheitsamt unter Namensnennung davon Mitteilung zu machen.

    Zu der Frage, ob die Meldepflicht auch die Rehabilitationsportanbieter betrifft, hatte ich bereits in meinen Blogbeiträgen vom 15.12.2021 und 17.2.2022 geschrieben. Neue Erkenntnisse dazu liegen mir nicht vor. Geht man damit davon aus, dass die Meldepflicht auch für Rehabilitationssportanbieter gilt, so wirft die Umsetzung der Pflicht einige Fragen auf.

    Das betrifft beispielsweise die Frage, wann der Rehabilitationssportanbieter eigentlich „Zweifel“ an der Echtheit oder inhaltlichen Richtigkeit des vorgelegten Nachweises haben muss. Zur Erinnerung: Wer trotz solcher Zweifel die Meldung an das Gesundheitsamt unterlässt, riskiert ein Bußgeld in Höhe von bis zu 2.500 €. Umgekehrt gilt aber auch: wer personenbezogene Daten eines Mitarbeiters an das Gesundheitsamt weitergibt, obwohl Zweifel an der Richtigkeit oder Echtheit des Nachweises nicht angebracht waren, begeht einen Verstoß gegen datenschutzrechtliche Vorschriften, der ebenfalls ein Bußgeld (nach der Datenschutzgrundverordnung – DSGVO) nach sich ziehen kann.

    Wichtig dabei ist: ein bloßes Bauchgefühl genügt nicht, aber eine absolute Gewissheit über die Unechtheit oder Unrichtigkeit ist nicht erforderlich. Der Begriff des „Zweifels“ bewegt sich irgendwo dazwischen. Erforderlich sind jedenfalls Tatsachen, die die nicht ganz fernliegende Schlussfolgerung zulassen, dass der Nachweis unecht oder unrichtig sein könnte. Zu derartigen Tatsachen kann man auf ganz unterschiedlichen Weise gelangen: Man kann schwierige und tiefgreifende Nachforschungen anstellen. Zum Beispiel könnte man im Internet darüber Ermittlungen anstellen, ob es den Arzt, der den Impf-/Genesenennachweis bzw. das Attest über Impfkontraindikationen unterschrieben hat, überhaupt gibt. Findet man ihn nicht, wäre dies eine Tatsache, die zu Zweifeln Anlass gibt.

    Man könnte sich allerdings auch auf eine bloße Sichtprüfung des vorgelegten Nachweises beschränken. Zu Zweifeln an der Richtigkeit wird man dann wohl nur im Ausnahmefall gelangen, zum Beispiel dann, wenn ein gelber Impfpass vorgelegt wird, der deutliche Spuren eines Radiervorganges im Namensfeld aufweist (beispielsweise zum Austausch des Inhabernamens), oder wenn auf dem Attest über Impfkontraindikationen der Arztpraxisstempel fehlt. Auch bei einer Sichtprüfung gibt es aber Tücken: ein Impf- oder Genesenennachweis im Sinne des Infektionsschutzgesetzes ist auch in englischer, französischer, italienischer oder spanischer Sprache denkbar (s. § 2 Nr. 3 bzw. Nr. 5 IfSG). Eine Einrichtungsleitung, der der entsprechenden Sprache nicht mächtig ist, wird allenfalls eine haptische Prüfung des Dokuments vornehmen können.

    Viel spricht für einen Mittelweg: der Einrichtungsinhaber muss nicht den Privatdetektiv spielen. Er muss aber über eine Sichtprüfung hinaus auch solche Aspekte berücksichtigen, die ihm anderweitig bekannt geworden sind. Bei einem Mitarbeiter, der in der Vergangenheit die Existenz des Corona-Virus generell geleugnet hat, wird man einen vorgelegten Nachweis deutlich kritischer bewerten müssen als bei einem Mitarbeiter, der sich in der Vergangenheit wegen Impfnachwirkungen einen Tag krank gemeldet hatte. An dieser Stelle kann also das Fazit nur lauten: es kommt auf alle Tatsachen an, die der Rehabilitationssportanbieter aus dem vorgelegten Nachweis/Attest selbst ermitteln kann und die ihm in diesem Moment aus der Vorgeschichte bekannt sind. Gelangt ein Rehabilitationssportanbieter auf diese Weise zu Zweifeln, dann sollte er gegenüber dem zuständigen Gesundheitsamt neben den Daten des Mitarbeiters auch die Tatsachen, auf die er seine Zweifel stützt, mitteilen.

    Übrigens: wenn ein Mitarbeiter nachfragt, muss der Rehabilitationssportanbieter ihm mitteilen, ob er dem Gesundheitsamt Meldung gemacht hat. Das verlangt Art. 15 DSGVO, wonach der Mitarbeiter vom Rehabilitationssportanbieter eine Information über den Empfänger seiner personenbezogene Daten verlangen kann.

    Wenn dann das Gesundheitsamt gegenüber einem Mitarbeiter aktiv wird und z.B. eine ärztliche Untersuchung über seine Impffähigkeit anordnet oder ihm gar die weitere Tätigkeit in der Einrichtung verbietet (Betretungs- bzw. Tätigkeitsverbot nach § 20a Abs. 5 IfSG), dann kann der Mitarbeiter dagegen zwar Widerspruch einlegen und – sofern dieser erfolglos bleibt – Klage erheben. Widerspruch und Klage haben jedoch keine aufschiebende Wirkung, d. h., dass trotz eingelegten Rechtsmittels der behördlichen Anordnung Folge geleistet werden muss. 

  • 14. März 2022 | Einrichtungsbezogene Impfpflicht und der Entwurf eines SARSCovImpfG

    14. März 2022 | Einrichtungsbezogene Impfpflicht und der Entwurf eines SARSCovImpfG

    Liebe Anbieter, liebe Mitglieder,

    die bereits seit geraumer Zeit in der Diskussion befindliche allgemeine Nachweispflicht für eine Coronaschutzimpfung rückt näher. Zahlreiche Bundestagsabgeordnete haben in den Deutschen Bundestag den „Entwurf eines Gesetzes zur Aufklärung, Beratung und Impfung aller Volljährigen gegen SARS-CoV-2 (SARSCovImpfG)“ eingebracht. Der Entwurf sieht vor, dass ab dem 1.10.2022 alle Personen über 18 Jahre über einen Impf- oder Genesenennachweis verfügen müssen (§ 20a IfSG neu), ansonsten riskieren sie ein Bußgeld bis zu 2.500 € (§ 73 IfSG). Die bislang in § 20a IfSG geregelten Nachweis- und Meldepflichten bzw. Beschäftigungsverbote im Zusammenhang mit der sogenannten einrichtungsbezogenen Impfpflicht finden sich dann in § 20b IfSG wieder.

    Im Hinblick auf Mitarbeiter, die keinen Impf- bzw. Genesenennachweis vorlegen können, wird sich also für Rehabilitationssportanbieter nichts Wesentliches ändern.

    Anders könnte es bei den Teilnehmern liegen: es wird sich nämlich die Frage stellen, ob Teilnehmer, die keinen Impf- bzw. Genesenennachweis vorlegen können, abgewiesen werden dürfen oder gar müssen. Da das Gesetzgebungsverfahren erst am Anfang steht, ist es sicherlich noch zu früh, um über die endgültigen Regelungen zu spekulieren. Der Entwurf wird voraussichtlich zunächst einmal am 17. März im Gesundheitsausschuss beraten.

    Ungeachtet dessen kann aber schon jetzt darauf hingewiesen werden, dass die in meinen Blogbeiträgen vom 17.02., 01.03. und vom 11.03.2022 gemachten Ausführungen zu den drohenden Gefahren einer Schadensersatz- und Schmerzensgeldklage beim Einsatz ungeimpfter Mitarbeiter – jedenfalls grundsätzlich – auch für die Teilnahme ungeimpfter Versicherter gelten. Spätestens nach Verabschiedung des endgültigen Gesetzestextes werde ich weiter berichten.

  • 11. März 2022 | Einrichtungsbezogene Impfpflicht: Ministerium sieht mögliche Haftung der Einrichtung

    11. März 2022 | Einrichtungsbezogene Impfpflicht: Ministerium sieht mögliche Haftung der Einrichtung

    Liebe Anbieter, liebe Mitglieder,

    an dieser Stelle hatte ich schon mehrfach die Frage behandelt, ob ein Rehabilitationssportanbieter haftet, wenn er einen ungeimpften Übungsleiter (oder sonstige ungeimpfte Personen) beschäftigt und dieser einen Teilnehmer infiziert (Blogbeiträge vom 17.02. und 01.03.2022). Jetzt gibt es dazu eine Äußerung des Bundesministeriums für Gesundheit.

    Ein Bundestagsabgeordneter der AfD hatte das Ministerium nach dem Haftungsrisiko von medizinischen Einrichtungen gefragt. Die Antwort lautet wie folgt – wobei schon an dieser Stelle darauf hingewiesen werden soll, dass die Antwort noch um zwei wichtige Punkt zu ergänzen ist (dazu sogleich):

    „Eine etwaige Haftung einer medizinischen Einrichtung […] für Schäden Dritter richtet sich nach allen Umständen des Einzelfalls und ist im Streitfall durch unabhängige Gerichte zu klären. Eine allgemeine Bewertung ist aus diesem Grund nicht möglich.[…] Bei medizinischen Einrichtungen kann im Fall einer SARS-CoV-2-Infektion einer Patientin oder eines Patienten durch einen Beschäftigten eine vertragliche Haftung nach § 280 Absatz 1 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) und eine außervertragliche Haftung nach den §§ 823 ff. BGB in Betracht kommen. Denn in einer SARS-CoV-2-Infektion liegt grundsätzlich eine Verletzung der Gesundheit. Ist diesbezügliche Verhalten der medizinischen Einrichtung pflichtwidrig (§ 280 Absatz 1 BGB) bzw. verkehrspflichtwidrig (§ 823 Absatz 1 BGB) und hat die medizinische Einrichtung diese Pflichtverletzung zu vertreten – was gesetzlich vermutet wird – (§ 280 Absatz 1 BGB) oder liegt bei ihr oder ihren gesetzlichen Vertretern bzw. Repräsentanten (§§ 31, 89 BGB analog) Verschulden vor (§ 823 Absatz 1 BGB) und hat diese zu vertretende Pflicht- bzw. diese schuldhafte Verkehrspflichtverletzung die Infektion verursacht, ist der daraus entstehende Schaden von der medizinischen Einrichtung zu ersetzen (§§ 249 ff. BGB). Ob die medizinische Einrichtung sich durch die Beschäftigung von ungeimpften Personen im Einzelfall pflicht- bzw. verkehrspflichtwidrig und schuldhaft verhält, lässt sich aufgrund der unterschiedlichen Umstände jedes Einzelfalls, z. B. der persönlichen Verhältnisse der ungeimpften Person (Geneseneneigenschaft, medizinische Kontraindikation) und den jeweils einzuhaltenden rechtlichen Vorgaben und tatsächlichen Gegebenheiten, nicht abstrakt und generell beantworten. In jedem Fall bedarf es aber des konkreten Nachweises, dass die spezifische Infektion der oder des Geschädigten erfolgt ist, weil sie von einem Beschäftigten verursacht wurde und die medizinische Einrichtung dabei ihren Pflichten nicht nachgekommen ist.

    Zusammengefasst: das Bundesministerium für Gesundheit hält es für möglich, dass eine medizinische Einrichtung haftet, wenn durch einen ungeimpften Beschäftigten Patienten infiziert werden und dadurch einen Schaden erleiden. Ob die Haftung tatsächlich eintritt, hängt von folgenden Faktoren ab:

    • schuldhafte Pflichtverletzung des Rehabilitationssportanbieters
    • Schaden des Teilnehmers
    • Kausalität der Pflichtverletzung für den Schaden

    Selbst wenn man Rehabilitationssportanbieter nicht als „medizinische Einrichtung“ ansehen wollte: die in der Antwort des Bundesministerium für Gesundheit genannten Rechtsvorschriften gelten für jeden Schädiger, also auch für Rehabilitationssportanbieter.

    Die Antwort des Bundesministeriums ist noch um die eingangs erwähnten ganz wichtigen Hinweise zu ergänzen.

    Zum einen dürfte die Haftung des Rehabilitationssportanbieters vor allem davon abhängen, ob in einem Prozess bewiesen werden kann, dass sich der geschädigte Teilnehmer tatsächlich bei dem ungeimpften Übungsleiter angesteckt hat. Ein derartiger Übertragungsweg wird sich nur in den allerseltensten Fällen konkret beweisen lassen. Der Erfolg einer Klage des Teilnehmers hängt also von der Frage ab, wer eigentlich den Beweis führen muss (sog. Beweislast). Dazu besteht die reale Gefahr, dass ein Gericht in dem Einsatz eines ungeimpften Mitarbeiters nicht nur eine einfache, sondern eine grobe Pflichtverletzung sieht (z.B. mit dem Argument, von solchen Mitarbeitern ginge stets eine höhere Gefahr für eine – unentdeckte – Infektiosität aus). Das hätte nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs zur Folge, dass sich die Beweislast umkehrt: nicht der Patient muss beweisen, dass er sich bei dem ungeimpften Mitarbeiter angesteckt hat, sondern der Rehabilitationssportanbieter muss beweisen, dass das nicht der Fall war. Ein solcher Beweis wird in der Regel nicht zu führen sein, sodass eine Verurteilung droht.

    Kommt es zur Verurteilung, ist noch ein zweiter Hinweis wichtig: der Rehabilitationssportanbieter muss dann nicht nur den Schaden des Patienten ersetzen (zum Beispiel Kosten für Arztbesuche oder Krankenhausaufenthalte, Haushaltsführungsschaden) sondern auch Schmerzensgeld zahlen. Letzteres wird zwar in der Antwort nicht erwähnt, aber nur deshalb, weil der AfD-Abgeordnete danach nicht gefragt hatte.

    Zu alledem muss es nicht kommen. Ob eine Verurteilung tatsächlich erfolgt, hängt von vielen Umständen des Einzelfalles ab. Aber die Abhängigkeit von den vielen Umständen des Einzelfalles führt auch dazu, dass das Verurteilungsrisiko kaum seriös abzuschätzen ist.

  • 1. März 2022 | Update: Auswirkungen der gesetzlichen Immunitätsnachweispflicht auf das Arbeitsverhältnis

    1. März 2022 | Update: Auswirkungen der gesetzlichen Immunitätsnachweispflicht auf das Arbeitsverhältnis

    Liebe Anbieter, liebe Mitglieder,

    die mit § 20a Infektionsschutzgesetz (IfSG) eingeführte einrichtungsbezogene Impfpflicht schlägt nach wie vor hohe Wellen. Zu der Frage, ob die Norm auch für Rehabilitationssportanbieter gilt, darf ich auf meine Blogbeiträge vom 15.12.2021 und 17.2.2022 verweisen.

    Geht man damit bzw. nach einer entsprechenden Auskunft der für die Verfolgung von Verstößen gegen § 20a IfSG zuständigen Behörde (in der Regel Gesundheitsamt) davon aus, dass die einrichtungsbezogene Impfpflicht auch die Beschäftigten im Rehabilitationssport erfasst, so stellt sich weiter die Frage, wie mit nichtimmunisierten (insbesondere ungeimpften) sogenannten Bestandsmitarbeitern (also solchen, die bereits vor dem 16.3.2022 beschäftigt waren – Personen, die erst ab dem 16.3.2022 tätig werden sollen, dürfen definitiv erst beschäftigt werden, wenn sie einen Impfnachweis vorgelegt haben) umzugehen ist.

    Dazu hatte ich in einem weiteren Blogbeitrag vom 17.2.2022 die Auswirkungen eines fehlenden Immunitätsnachweises auf das Arbeitsverhältnis geschildert und darin die Auffassung vertreten, § 20a Absatz 2 IfSG verbiete eine Weiterbeschäftigung (dieses Ergebnis wird übrigens auch in der inzwischen aufgeflammten juristischen Diskussion mehrheitlich vertreten).

    Inzwischen gibt es aber vermehrt Meldungen, zum Beispiel auch im Deutschen Ärzteblatt, in denen das Bundesministerium für Gesundheit dahingehend zitiert wird, dass eine Weiterbeschäftigung solcher Personen „grundsätzlich“ möglich sei, bis das Gesundheitsamt ein Betretungs- oder Tätigkeitsverbot ausgesprochen habe. Hintergrund dafür könnte die Befürchtung des Ministeriums sein, dass angesichts einer wohl doch größeren Zahl an ungeimpften Beschäftigten bei einem sofort wirkenden Beschäftigungsverbot der Weiterbetrieb der Einrichtungen und damit die Versorgungssicherheit gefährdet sein könnte. Allerdings ist in der Gesetzesbegründung von einer derartigen Gefahr keine Rede.

    Gleichwohl gehe ich vor diesem Hintergrund – und weil § 20a IfSG auch in diese Richtung interpretierbar ist –  jetzt davon aus, dass § 20a IfSG kein sofortiges Beschäftigungsverbot für nichtimmunisierte Bestandsbeschäftigte anordnet. Und selbst wenn es doch so wäre: das Infektionsschutzgesetz sieht bei einem Verstoß kein Bußgeld vor. Die in § 20a Abs. 2 IfSG verankerte Meldepflicht des Rehabilitationssportanbieters bleibt davon unberührt (sodass bei einem Verstoß auch mit einem Bußgeld in Höhe von bis zu 2.500 € gerechnet werden muss).

    Allerdings: auch wenn § 20a IfSG kein sofortiges Beschäftigungsverbot für nichtimmunisierte Bestandsmitarbeiter ab dem 16.3.2022 anordnen sollte, so ist damit noch nicht die Frage beantwortet, ob ein Rehasportanbieter einen nicht immunisierten Mitarbeiter gleichwohl nach Hause schicken kann oder sogar muss. Die Antwort darauf hängt von zahlreichen Umständen des Einzelfalles ab und kann an dieser Stelle nicht abschließend beantwortet werden.

    Nur so viel: legt ein Bestandsmitarbeiter keinen Nachweis vor oder ist er nicht immunisiert, kann er aufgrund des von ihm ausgehenden höheren Virusverbreitungsrisikos eine Gefahr für die Rehabilitationssportteilnehmer darstellen. Besteht die Rehabilitationssportgruppe aus verhältnismäßig jungen und gesunden, ihrerseits vollständig geimpften oder genesenen Teilnehmern und ist der (nichtimmunisierte) Übungsleiter bereit, einen aktuellen PCR-Test vorzulegen, dann wird man eine Freistellung von der Arbeit in einem Gerichtsstreit sicherlich nicht so gut verteidigen können wie bei einer Rehabilitationssportgruppe mit immunabwehrgeschwächten Teilnehmern und einem (nichtimmunisierten) Übungsleiter, der lediglich zu einem einfachen Nasenabstrichselbsttest bereit ist.

    Jeder Rehabilitationssportanbieter steht also vor einem Dilemma: Entweder, er riskiert eine Auseinandersetzung oder gar einen Rechtsstreit mit seinem nichtimmunisierten Übungsleiter (zum Beispiel um Lohnkürzungen; die Gefahr einer Kündigung des Übungsleiters nach dem Motto „dann gehe ich eben zu einem anderen Rehabilitationssportanbieter, der mehr Verständnis für meine Situation hat“ scheint nicht so groß, da ein anderer Rehasportanbieter den neu eingestellten, nicht immunisierten Übungsleiter definitiv nicht beschäftigen darf, vergleiche § 20a Abs. 3 IfSG) oder es drohen Regresse von geschädigten Kursteilnehmern, wenn diese sich bei dem Übungsleiter anstecken und dadurch zu Schaden kommen.

    Die Frage, wie wahrscheinlich der eine oder andere Rechtsstreit ist, mag jeder für sich selbst beantworten. Das alles hängt – wie gesagt – ohnehin immer von den Umständen des Einzelfalles ab. Im Zweifel raten wir dazu, sich Rechtsrat bei einem Rechtsanwalt, idealerweise bei einem Fachanwalt für Arbeitsrecht einzuholen, denn dieser wird die an dieser Stelle nicht mögliche Einzelfallbewertung vornehmen.