zu den möglichen gesundheitlichen Langzeitfolgen einer SARS-CoV-2-Infektion zählt eine Vielzahl körperlicher, kognitiver und psychischer Symptome, die allein oder in Kombination auftreten, ganz unterschiedlich lang dauern können und als LongCOVID/Post-COVID bezeichnet werden. Die genauen Ursachen sind bisher noch unklar.
Da das Spektrum an Symptomen breit ist, variieren auch die Therapieansätze. Unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e. V. wurde die S1-Leitlinie Post-COVID/Long-COVID verfasst.
In vielen Fälle ist Rehabilitationssport eine gute Unterstützung bei der Wiederherstellung der Belastbarkeit der von Long-/Post-COVID betroffenen Menschen.
Fatique (körperliche Schwäche) gehört zu den häufigsten Symptomen, die sechs Monate nach einer Infektion mit SARS-CoV-2 verbleiben. Die moderate Belastung kann bei guter Steuerung durch Übungsleiter:in und Teilnehmer:in zu einer Verbesserung der Fatigue führen.
Ein Teil der Patient:innen zeigt eine ausgeprägte Belastungsintoleranz, die auf das Krankheitsbild der Myalgischen Enzephalomyelitis/des Chronischen Fatigue-Syndroms (ME/CFS) hinweist. Hierfür kennzeichnend sind neben einer schweren Fatique Symptome wie:
- Verschlechterung des Allgemeinzustandes nach geringer körperlicher oder geistiger Anstrengung
- Muskel-, Gelenk-, Kopfschmerzen
- Krämpfe
- grippale Symptome
- Überempfindlichkeit auf Sinnesreize
- Schlafstörungen
Es gibt aktuell keine spezifische Therapie für ME/CFS-Betroffene. Als Strategie im Umgang mit der Erkrankung kommt dem Pacing eine bedeutende Rolle zu. Ziel ist es dabei, das individuelle richtige Maß an Aktivität zu finden, um Überlastung und Symptomverschlechterung zu vermeiden und die mit der Erkrankung verbundene Abwärtsspirale aufzuhalten. Die Teilnahme am Rehabilitationssport kann in diesen Fällen schädlich sein.
Für die sichere Durchführung von Rehabilitationssport nach einer überstandenen COVID-19 Infektion sollten Übungsleiter:innen ein Screening auf Post-exertional malaise durchführen. Falls es dabei zu Auffälligkeiten kommt, muss eine weiter ärztliche Abklärung erfolgen; Rehabilitationssport sollte zunächst nicht durchgeführt werden. Zusätzlich ist es zu empfehlen, vor Beginn der körperlichen Aktivität ein EKG und eine Pulsoxymetrie (Messung der Sauerstoffsättigung) durchführen zu lassen. Letzteres kann auch durch Übungsleiter:innen erfolgen.
Der intensive Dialog zwischen Übungsleiter:in und Teilnehmer:in sowie die Messung des individuellen Belastungsempfindens (z.B. mittels BORG-Skala) ist bei Long-COVID/Post-COVID unbedingt erforderlich, um Ziele zu erreichen und Überlastungen zu vermeiden.
Der RSD bietet eine Fortbildung zum Thema Rehasport bei LongCOVID an. Hier können Sie sich anmelden.
Quellen: Post-COVID-Netzwerk der Charité | Deutsche Gesellschaft für ME/CFS









