Liebe Anbieter, liebe Mitglieder!
Die überarbeitete und am 1. Januar 2022 in Kraft getretene Rahmenvereinbarung über den Rehabilitationssport und das Funktionstraining ermöglicht, bei Einverständnis der Teilnehmenden und Vorhandensein geeigneter Flächen, eine Durchführung der Gruppen im Freien. Auf dem Verordnungsformular (Formular 56) wurde die Rehabilitationssportart Leichtathletik durch Ausdauer- und Kraftausdauerübungen ersetzt, wodurch auch moderne Trainings- und Bewegungsformen wie z.B. Power Walking oder funktionelles Training im Freien abgebildet sind.
Während der Pandemie hat sich schon gezeigt, dass Angebote im Freien sehr gut angenommen werden. Wer einen Blick auf die Forschungsergebnisse zur Thematik wirft, wird sich darin bestärkt sehen, Gruppen einzurichten, die vorwiegend im Freien stattfinden.
Untersuchungen belegen, dass Bewegung und Training im Freien gegenüber der Aktivität in Innenräumen zusätzliches gesundheitswirksames Potenzial entfalten. Zum Beispiel nehmen Müdigkeit und Depressivität ab. Die Naturnähe sorgt für Entspannung und Abwechslung; der Cortisolspiegel sinkt – die Stimmung steigt.
Wenn eine Wiese zum Outdoor-Training zur Verfügung steht, profitieren die Teilnehmer nicht nur von der schönen Umgebung, sondern auch von einem besonders geeigneten Untergrund, der die Gelenke schont und eine Matte durchaus ersetzen kann. Bewegungen auf unebenem Boden fördern die lokale Stabilität in den Gelenken und der Wirbelsäule. Koordinative Fähigkeiten wie Gleichgewichtsfähigkeit, Umstellungsfähigkeit und Reaktionsfähigkeit werden unter ganz natürlichen Bedingungen und ohne Geräteaufwand trainiert. Landschaftliche Voraussetzungen können für eine ganz ursprüngliche Art des Intervalltrainings sorgen. Das Umfeld “Natur” stimuliert alle Sinne und wirkt sich anregend auf die Aktivität des Gehirns aus.
Die positive Wirkung von Sport auf das Immunsystem ist im Freien besonders ausgeprägt. Wer auch bei kühleren Temperaturen seine Einheiten regelmäßig an der frischen Luft absolviert, schult den Körper darin, sich zügig an geänderte Bedingungen anzupassen und wird unempfindlicher gegenüber einem Wetterwechsel und Krankheitserregern.
Beim Outdoor-Sport wird Vitamin D, “das Sonnenvitamin”, getankt und mit ihm seine vielen positiven Wirkungen, wie z.B. die Verbesserung der Kalziumaufnahme durch den Körper, was zu einer Stärkung der Knochen führt.
Es gibt also jede Menge Gründe, Rehabilitationssportgruppen einzurichten, die vorwiegend im Freien stattfinden, im Sommer wie im Winter.
Wie immer liegt es auch im Freien in der Hand des Übungsleiters, dafür zu sorgen, dass es nicht langweilig wird. Draußen sind die Möglichkeiten zu trainieren vielfältig, selbst wenn nur wenige oder keine Kleingeräte zur Verfügung stehen. Unsere Übungsleiterausbildungen bereiten auf diese Situation vor. Bei einigen Lehrgängen – sie sind in der Ausschreibung grün markiert – hat die inhaltliche Ausgestaltung des Praxisteils einen speziellen Fokus auf die Gegebenheiten von Training im Freien.